Hunderte Verletzte

„Die Systeme an Bord sind zusammengebrochen“

Veröffentlicht am 17.08.2016Lesedauer: 2 Minuten

Vor der Küste von Puerto Rico mussten mehr als 500 Menschen von einer Fähre gerettet werden. Das Schiff ging in Flammen auf. Es zu löschen, war zu gefährlich - es brennt jetzt aus.

Dramatische Szenen vor Puerto Rico. Aus einem Schiff mit mehr als 500 Menschen an Bord dringt schwarzer Qualm. Bei der Rettung gibt es Hunderte Verletzte. Der Alarm wurde offenbar sehr spät ausgelöst.

Beim Brand eines Schiffes vor Puerto Rico sind 256 Menschen verletzt worden. Die meisten hätten Hitzschläge oder Schocks erlitten, teilte die Gesundheitsministerin des US-Außengebietes in der Karibik, Ana Rius, am Mittwoch mit.

Andere litten unter Austrocknung. Acht Personen hätten bei der Evakuierung der mehr als 500 Menschen von Bord der „Caribbean Fantasy“ Knochenbrüche erlitten. Tote habe es nicht gegeben. Die meisten Verletzten seien nach kurzer Behandlung entlassen worden. Zehn Menschen lägen noch im Krankenhaus.

„Nicht mehr sicher, im Schiff zu arbeiten“

Nach Behördenangaben wurden die Passagiere auf Rettungsinseln hinabgelassen. Die Küstenwache brachte sie in den Hafen von San Juan. Andere Behörden und private Schiffseigner beteiligten sich an der Rettungsaktion. Hubschrauber kreisten über dem Schiff, in dem es immer noch brannte.

„Die Systeme an Bord sind zusammengebrochen. Es ist nicht mehr sicher, im Schiff zu arbeiten“, sagte der Direktor des puerto-ricanischen Rettungsdienstes, Angel Crespo. Die Küstenwache teilte später mit, sämtliche Passagiere seien gerettet worden, 26 Besatzungsmitglieder würden noch von Bord geholt.

In San Juan wurden Dutzende Gerettete auf Tragen an Land gebracht, unter ihnen ein Mann am Tropf. Er beruhigte ein Neugeborenes, das nur mit einer Windel bekleidet war. Besorgte Angehörige versuchten, zu ihren Verwandten durchzukommen.

„Wir haben zwei Stunden lang versucht zu löschen“

Der Brand war im Maschinenraum ausgebrochen und loderte schon einige Zeit, bevor der Alarm ausgelöst wurde. Der Mechaniker Gyno Funes sagte der Nachrichtenagentur AP, er sei im Kontrollraum gewesen, als eine Treibstoffleitung geplatzt sei und Feuer gefangen habe. „Wir haben zwei Stunden lang versucht zu löschen, aber konnten es nicht“, berichtete sein Kollege Marlon Doblado. Die Passagierin Maria Prensa sagte, sie habe Rauch gerochen, doch man habe auf Nachfrage geantwortet, es sei alles unter Kontrolle.

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Die „Caribbean Fantasy“ ist den Angaben zufolge eine Mischung aus Kreuzfahrtschiff und Fähre und verkehrt mehrmals pro Woche zwischen Puerto Rico und der Dominikanischen Republik, von wo auch die meisten Passagiere kamen.

AP/mak

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